Archiv für September 2006

28
Sep

Mailman für Postfix/MySQL unter Ubuntu

Ich habe bei mir bereits Postfix im Einsatz, der die virtuellen Domänen und Benutzer von einer MySQL Datenbank holt. Nun habe ich noch Mailmain aufgesetzt, da die Forwards von Postfix für einen Verteiler kein Ersatz ist für eine richtige Mailingliste sind.

Als erstes also Mailman mit dem Pakertmanager von Ubuntu installieren:

apt-get install mailman

und gleich die Berechtigungen mit dem Tool das von Mailman mitgeliefert wird überprüft:

check_perms

Nun sollte man theoretisch einfach die Option -f Anhängen um die Probleme automatisch beheben zu lassen:

check_perms -f

was aber nicht wirklich klappt (nochmals mit check_perms überprüfen). Man muss also die Berechtigungen selber korrigieren:

cd /var/lib/mailman
chown -R list:list *

Auch muss die Masterkonfiguration von Postfix noch angepasst werden, damit Mailman läuft:

vim /etc/postfix/master.cf

Die Konfiguration öffnen und nach folgender Zeile suchen:

mailman unix - - n - - pipe

… und diese dann folgendermasen anpassen:

mailman unix - n n - - pipe

Als nächstes muss man noch den Apache konfigurieren für das Webinterface von Mailman. Ich habe bei mir nur eine virtuelle Domäne angepasst und nicht gleich eine Modulkonfiguration für alle Domänen vorgenommen. Also einfach die Konfiguration der gewünschten Domäne mit dem Editor öffnen und folgende Einträge hinzufügen:

#Mailman cgi Script für das Webinterface
ScriptAlias /mailman/ /usr/lib/cgi-bin/mailman/
ScriptAlias /cgi-bin/mailman/ /usr/lib/cgi-bin/mailman/
<Directory /usr/lib/cgi-bin/mailman/>
AllowOverride None
Options ExecCGI
Order allow,deny
Allow from all
</Directory>

#Öffentliches pipermail archiv
Alias /pipermail/ /var/lib/mailman/archives/public
<Directory /var/lib/mailman/archives/public>
Options Indexes MultiViews FollowSymLinks
AllowOverride None
Order allow,deny
</Directory>

#Bilder für Mailman
Alias /images/mailman/ /usr/share/images/mailman/
<Directory /usr/share/images/mailman/>
AllowOverride None
Order allow,deny
Allow from all
</Directory>

Die Liste wollte ich nicht unter der Standartdomäne netzpiraten.ch laufen lassen, sondern unter lists.netzpiraten.ch. Dazu habe ich dann einfach einen neuen DNS Eintrag gemacht. Man darf nicht vergessen für die Listdomäne nicht nur einen A Record sondern auch einen MX Record zu machen, ansonsten verweigern einige Mailserver die Annahme oder stufen die Emails von dieser Domäne schneller als Spam Mail ein.

Nun muss natürlich noch Mailman so konfiguriert werden, dass er auch Postfix typisch konfiguriert ist und auch die neue Listendomäne verwendet:

vim /etc/mailman/mm_cfg.py

Als erstes den Mailserver und den Webserver eingetragen:

DEFAULT_EMAIL_HOST = 'lists.netzpiraten.ch'
DEFAULT_URL_HOST   = 'www.netzpiraten.ch'

Dannach in der gleichen Datei Postfix konfigurieren und zusätzlich die Listdomäne angegeben:

MTA='Postfix'
POSTFIX_STYLE_VIRTUAL_DOMAINS = ['lists.netzpiraten.ch']
add_virtualhost('www.netzpiraten.ch', 'lists.netzpiraten.ch')

Nun muss mailman neu gestarted werden:

/etc/init.d/mailman restart

Als nächstes muss man die obligatorische mailman Mailingliste erstellen und gleich noch eine zweite zum Testen dazu:

newlist mailman
Enter the email of the person running the list: michi@netzpiraten.ch
Initial test password:
Hit enter to continue with test owner notification..
newlist test
Enter the email of the person running the list: michi@netzpiraten.ch
Initial test password:
Hit enter to continue with test owner notification..

Jetzt können die Aliases und Domains generiert werden. Dazu einfach das von Mailman mitgelieferte genaliasverwenden:

cd /var/lib/mailman/bin
./genaliases

Dannach sind die Dateien /var/lib/mailman/data/aliases und /var/lib/mailman/data/virtual-mailman generiert und enthalten alle benötigten Aliase für die Mailinglisten. Jetzt muss nur noch Postfix so konfigueriert werden, dass er diese Dateien auch verwendet:

vim /etc/postfix/main.cf

Zuerst die Aliase zu den normalen Systemaliasen hinzufügen:

alias_maps = hash:/etc/aliases, hash:/var/lib/mailman/data/aliases

Die alias_database soll nicht eingetragen werden, da Mailman diese selber verwaltet und nicht postfix mit newalias. Als nächstes noch die virtuellen Domänen eintragen:

virtual_alias_maps = proxy:mysql:/etc/postfix/mysql-virtual_forwardings.cf,
                   proxy:mysql:/etc/postfix/mysql-virtual_email2email.cf,
                   hash:/var/lib/mailman/data/virtual-mailman

Bei mir ist ja bereits der MySQL Zugriff konfiguriert, desshalb habe ich einfach die Mailman-Einstellungen hinten angehängt.

Nun nur noch eine Einstellung ändern, damit auch die *-owner Aliase richtig behandelt werden und die Listdomäne auch als möglichen Empfänger angeben:

owner_request_special = no
relay_domains = lists.netzpiraten.ch
mydestinations = $hostname, localhost.$mydomain, lists.netzpiraten.ch

Jetzt Postfix neu laden:

/etc/init.d/postfix reload

und schon sind die Mailinglisten einsatzbereit. Man darf nicht vergessen, nach einem ./genaliases Postfix auch wieder neu zu laden.

26
Sep

Vorschau auf iTerm 0.9.0

Mac OS X bringt standardmässig Terminal.app als Konsolenprogramm mit, was für seltene Shell Benutzer durchaus seinen Zweck erfüllt. Wer jedoch sein halbes Leben in der Shell verbringt, wünscht sich doch ein bisschen mehr Komfort. Und da spring iTerm in die Bresche…

Die aktuelle iTerm Version 1.8.2 wurde am 22. Februar 2006 veröffentlicht und die CVS-Version wurde inzwischen fleissig weiterentwickelt. Viele Fehler bei der Grafikdarstellung und einige Speicherlecks wurden behoben. Im Einstellungsdialog ist die Möglichkeit hinzugefügt worden, die Wiederholfrequenz für die Bildschirmdarstellung einzustellen. Wer auf einem aktuellen und schnelle System arbeiten, wird hier wohl das Maximum einstellen, für ältere Systeme kann es jedoch durchaus von Vorteil sein, hier etwas zurückzuschrauben.

Die augenmerklichste Neuerung dürfte wohl das einstellbare Darstellungsbild sein. Als Standard wird der Safari-Metall-Look übernommen:

Metal
iTerm metal


Des weiteren werden noch folgende Stile unterstütz:

Aqua
iTerm Aqua

Unified
iTerm unified

Adium
iTerm Adium


Ein kleiner Tip am Rande. Um zum Beispiel eine Text via SSH auf dem Vim mit Umlauten zu schreiben zu können, einfach die Datei .profile im Home-Verzeichnis mit folgendem Inhalt anlegen:

set meta-flag on
set convert-meta off
set output-meta on
set input-meta on
set show-all-if-ambigous on

Zusätzlich muss der Zeichensatz zum Beispiel auf UTF8 eingestellt werden, und ausserdem noch beim Profile unter Einstellungen konfiguriert werden, dass Nicht-ASCII Zeichen als doppeltes Byte berücksichtigt werden.

Um dann noch einen schönen Farbigen Prompt zu erhalten, kann man folgende Umgebunsvariable setzten. Ich verwende für Root einen roten Prompt und für alle anderen Benutzer einen grünen, und definiere zusätlich noch Aliase, damit ls die Ausgabe schön einfärbt:

if [ `/usr/bin/whoami` = 'root' ]
then
  if [ "$TERM" != 'dumb'  ] && [ -n "$BASH" ]
  then
     export PS1='\[\033[01;31m\]\h \[\033[01;34m\]\W \$ \[\033[00m\]'
  fi
  else
  if [ "$TERM" != 'dumb'  ] && [ -n "$BASH" ]
  then
     export PS1='\[\033[01;32m\]\u@\h \[\033[01;34m\]\W \$ \[\033[00m\]'
  fi
fi
export TERM=xterm-color
alias ls='ls -G'
alias ll='ls -hl'

Alles in allem macht das neue iTerm einen sehr gut Eindruck, und die Stabilität nimmt mit jedem CVS Release stetig zu… An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an die drei Entwickler, welche iTerm entwickeln und allen interssierten Nutzern unentgeltlich zur Verfügung stellen.

Die schönen ASCII Grafiken in der Shell wurden übrigens mit dem ASCII Generator erstellt.

Happy Bashing

21
Sep

Ubuntu Workshop im KuZeB

Hat es dich schon immer wundergenommen was genau den Linux ist? Und hast du trotzdem nie die Zeit gefunden dich ins kalte Wasser zu stürzen und Linux auf einer Partition zu installieren? Dann ist dieser Workshop genau das richtige für dich!!!

Im Kultur Zentrum Bremgarten findet am 16. Oktober und den drei darauffolgenden Monatgabenden ab 19:30 Uhr ein Workshop zu Ubuntu Linux statt. Zu Beginn wird gezeigt, wie man Ubuntu Linux auf seinem Computer installieren kann und welche Applikationen in der GNU/Linux Welt die wichtigsten Bedürfnisse wie Email, Büroarbeit, Musik hören und Zeichnen abdecken. Dannach wird Individuell auf die Bedürfnisse der anwesenden Workshopteilnehmer eingegangen.

Vorgängige Anmeldung bei Kire ist erwünscht. Also nichts wie los…

19
Sep

OpenExpo in Zürich-Oerlikon

Am 20. und 21. September findet die OpenExpo in der ABB Eventhalle 550 in Zürich-Oerlikon statt. Die Messa hat sich zum Ziel gesetzt, Open-Source-Software im unternehmensumfeld zu fördern. Es wird eine speziellen Community-Bereich geben, wo einige Projekte vorgestellt werden:

Daneben kann man für einen reduzierten preis von 95 CHF am Donnerstag eine LPI Prüfung ablegen. Des weiteren werden Referate über folgende Themen gehalten:

  • LPI, die weltweite Zertifizierung für Linux Professionals
  • Zusammenarbeit in verteilten Projekten: Erfahrungen im Debian Projekt
  • Rapid Prototyping mit Ruby on Rails
  • OpenOffice.org 2.0 - Einblick und Ausblick
  • ebXML, ein Framework für Business-to-Business Electronic Commerce
18
Sep

Die Evolution von Mac OS X

Apple’s Mac OS X wird immer beliebter. Ein Grund dafür dürfte sicher die Kombination aus einem robusten FreeBSD-Unterbau mit einer intuitiven Benutzeroberfläche sein. Wer den Computer gerne ausschliesslich als Anwender für das Surfen im Internet, Email und kleine Briefe schreiben benutzen will, der findet sich sehr schnell zurecht.

Für den anspruchsvolleren Anwender, der sich auch in der Shell zu Hause fühlt, bietet OS X auch einiges. Mit Fink und MacPorts (früher DarwinPorts) existieren zwei Projekte, welche Unix Open Source auf den Mac bringen. Für beide existieren auch grafische Nebutzeroberflächen: Für Fink ist dies der FinkCommander und für MacPorts PortAuthority. Für letzeres gibt es aber nur eine X11 Version gratis, die Aqua Version muss bezahlt werden.

Die Benuzeroberfläche des FinkCommanders:

FinkCommander

… und die von PortAuthority:

PortAuthority

Seit OpenDarwin bekannt gab seine Pforten zu schliessen, hat sich DarwinPorts in MacPorts umbenannt und zügelt das Projekt nun zu MacForge.

Ob man sich nun für Fink oder MacPorts entscheidet hängt wohl vom eigenen Bedürfniss ab: Bei Fink ist das GUI FinkCommander etwas reifer als PortAuthority und daduch für den Anfänger sicher erste Wahl. Schlussendlich hängt es aber auch von der gewünschten Software ab, denn MacPorts und Fink haben keineswegs die gleiche Software im zentralen Repository, und wenn, dann unter Umständen nicht in der gleichen Version. Fink hat auch deutlich mehr Pakete im Angebot: 6842 im Gegensatz zu 3420 bei MacPorts. Aber es ist auch gut möglich, dass die gewünschte Software trotzdem nur bei MacPorts zu finden ist. Da bleibt einem nichts anderes übrig als sich zuerst bei beiden Projekte nach der gewünschten Software zu informieren: Fink sowie auch MacPorts haben eine Packetdatenbank online.

Natürlich können auch beide Paketsysteme parallel installiert werden, da Fink sich nach /sw und MacPorts sich nach /opt/local installiert.

Mit Fink und MacPorts kann man sehr einfach auf einen riesigen Softwareschatz zugreifen, egal ob Tools für die Kommandozeile, anspruchsvolle Serverdienste, alle möglichen Programmiersprachen, Büroprogramme oder auch Spiele. Für fast jeden Anspruch existiert in der Open-Source Welt gratis eine kleine Perle…




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